Cloud-Computing ist besser als sein Ruf
Zahlreiche Unternehmer sind durch die Spähaffären verunsichert, ob sie Daten und Prozesse in die Cloud verlagern sollen. Manches spricht dafür, diese Idee nicht voreilig zu verwerfen.
Im vergangenen Jahr haben 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud-Computing genutzt, so eine repräsentative Umfrage des Hightech-Verbandes BITKOM. Die großen Unternehmen liegen mit einer Quote von 70 Prozent deutlich vorn. Der Mittelstand tut sich teilweise noch schwer.
Was ist die Cloud und welche Formen gibt es?
Unter Cloud-Computing versteht man die bedarfsbezogene Nutzung von IT-Leistungen über ein Netzwerk. Dabei kann es sich um ein unternehmensinternes (private cloud) oder ein öffentliches Netz (public cloud) handeln. Vorteile ergeben sich dadurch, dass eine wechselnde Anzahl berechtigter Nutzer gleichzeitig auf Speicherplatz, Rechenkapazitäten und aktuelle Software zugreifen kann. Bei einer externen Cloud sparen diese Firmen den Einsatz hoch qualifizierter Mitarbeiter und Kosten, die sie mit der Installation und dem Betrieb einer firmeneigenen IT hätten.
Gefahren drohen auch ohne Cloud
Zugegeben, nicht jedes Unternehmen fühlt sich wohl dabei, sensible Daten über das Internet zu versenden. Zu groß ist die Furcht, dass es dabei zu Datenangriffen von außen kommt. Doch Gefahren ist jedes Unternehmen ausgesetzt, das mit dem Internet verbunden ist. 30 Prozent aller Unternehmen verzeichneten in den letzten zwei Jahren Angriffe auf ihre IT-Systeme, so eine weitere Umfrage von BITKOM.
Dazu kommen diejenigen, die solche Cyberattacken nicht einmal bemerkt haben oder darüber schweigen. Schließlich: Was ist, wenn der unternehmenseigene Server Schaden nimmt und dadurch Daten verloren gehen? Ein guter Cloud-Anbieter sorgt für eine redundante Auslegung der Systeme. Hardwareausfälle sollen dadurch möglichst keine negativen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens haben.
Wege zur vertrauenswürdigen Cloud
Indem Sie die Einführung einer Cloud gut vorbereiten und begleiten, kann dieser Weg eine sichere Alternative zum Eigenbetrieb der IT sein.
- Achten Sie bei der Auswahl des Anbieters auf Zertifizierungen zur IT-Sicherheit, zum Beispiel zur ISO 27001.
- Elementar ist die Verschlüsselung, zumindest auf dem Weg zwischen Server und Unternehmen. Wenn Sie Ihre Daten in der Cloud lediglich lagern, sollten Sie dort ebenfalls verschlüsselt sein.
- Ein möglicher Ansatz: Fangen Sie mit weniger kritischen Daten und Anwendungen an und sammeln Sie so erste Erfahrungen.
- Eine Empfehlung, die immer wieder zu hören ist: Das Rechenzentrum sollte auf deutschem Boden stehen. Denn die Vorschriften für den Datenschutz hierzulande gelten als sehr hoch.